Ausbau BAB - A1 in der Gemarkung Elsdorf

Eine nachhaltige Entscheidung mit weitreichenden Folgen war und ist auf lange Sicht der Ausbau der A1 – der sogenannten Hansalinie – und die Herstellung der Anschlussstelle Elsdorf mit Ortsumgehung.

 

BAB A1 bei Elsdorf Von August 2008 bis Ende 2012 ist eine der meist befahrenen Autobahnen im Norden zur größten Baustelle der Region avanciert. Auf 72,5 km vom Bremer Kreuz bis zum Buchholzer Dreieck wird die bisher vierspurige Autobahn auf sechs Fahrspuren erweitert. Auftragnehmerin des privaten finanzierten Projekts mit Beteiligung an den Mauteinnahmen des Bundes ist die Projektgesellschaft A1 mobil. Hinter der Gesellschaft verbergen sich die Unternehmen Bilfinger Berger Project Investments, John Laing Infrastructure Ltd und Johann Bunte Bauunternehmung GmbH & Co. KG. Der Konzessionsnehmer die A1 mobil wird den gesamten Autobahnabschnitt nicht nur in vierjähriger Bauzeit erstellen, sondern auch bis zum Jahr 2038 betreiben und erhalten.

 

Die Baustelle verteilt sich auf insgesamt 13 einzelne Bauabschnitte, die in unterschiedlicher zeitlicher Reihenfolge fertig gestellt werden. Während der Bauphase wechselt die Verkehrsführung von der 2+2 zur 4+0-Führung. Der entstehenden Unfallgefahr durch enge Fahrbahnen bzw. auch durch Staubildungen sollte mit der Länge der Bauabschnitte (6km) begegnet werden. Gerade zu Beginn der Bauphase waren zum Teil schwerwiegende Unfälle infolge unangepasster Geschwindigkeit oder Unachtsamkeit zu verzeichnen. Die Freiwillige Feuerwehr Elsdorf als Stützpunktwehr direkt im Baustellenbereich war zahlreiche Male hiervon betroffen. In jüngster Zeit hat sich die Lage wegen häufiger Geschwindigkeitskontrollen und auf Grund freigegebener Bauabschnitte und verbreiterter Fahrbahnen jedoch etwas entspannt.

 

Leidtragende der Baumaßnahmen waren und sind vor allem auch die Ortslagen entlang der BAB und die Anwohner. Nur in begrenztem Umfang wurde den Belangen der Bevölkerung Sorge getragen. Der zeitgleiche Abriß der Autobahnbrücken zwischen Elsdorf und Alpershausen stellte die Gemeinde Elsdorf und die Bürgerinnen und Bürger und nicht zuletzt die Landwirte vor erheblichen Problemen. Die kurzfristig abgebrochenen Brücken nutzten 14 betroffene Landwirte, um ihre südlich der Autobahn gelegenen Felder in einer Gesamtgröße von 800 ha zu erreichen. Die nach ihren Angaben besonders betroffenen Milchviehhalter Joachim Eckhof aus Ehestorf sowie Carsten Bammann, Hartmut Pils und Hiltrud Eckhoff aus Hatzte äußerten Ihren Unmut auch in der örtlichen Presse.

 

Betonmischwerk an der BAB Baustelle Zum Brückenabriss kamen der Anlieferungsverkehr zum Betonmischwerk, der größtenteils direkt durch den Kernort Elsdorf rollte.

 

Ein Vertreter des privaten Baukonsortiums (Ingo Simon) verweist im Hinblick auf die Probleme und Entschädigungsforderungen der betroffenen Landwirte, dass offenbar die Landwirte, die Gemeinden und das Landvolk während des Verfahrens geschlafen hätten. Diese Ansicht kann die WFB nicht teilen. Die Mitglieder des Gemeinderates sind ehrenamtlich tätig. Stellungnahmen im Planfeststellungsverfahren für die Gemeinde werden von der Verwaltung vorbereitet und größtenteils ohne Beteiligung der politischen Gremien gefertigt. Die Unterlagen zum Planfeststellungsverfahren wurden weder im Groben noch detailliert den Volksvertretern offenbart. Die WFB-Fraktion hat mehrfach die Informationspolitik der Verwaltung bemängelt und hierzu einen besseren Informationsfluss eingefordert – ohne Erfolg.

 

Fraglich bleibt auch die Dokumentation zum Istzustand der Wirtschaftswege vor Beginn des Ausbaus. Während die Verwaltung mehrfach beteuerte, dass mögliche Beschädigungen der Wirtschaftswege und Gemeindestraßen durch den Baustellenverkehr nach Abschluss der Arbeiten von Seiten der A1 mobil reguliert würden, sieht die WFB-Fraktion hier aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre eher Zweifel angebracht. Es wird in der nächsten Legislaturperiode auch an den neuen Ratsmitgliedern liegen, eine faire Schadensregulierung einzufordern.

 

Zudem ist sicherzustellen, dass die Bauwerke ordnungsgemäß erstellt worden sind und zum Beispiel Begegnungsverkehre möglich sind oder aber auch die Oberflächenentwässerung ordnungsgemäß mit der vorhandenen Drainage der anliegenden landwirtschaftlichen Flächen kooperiert. In jüngster Vergangenheit kam es gerade hier immer wieder zu Unstimmigkeiten. So musste beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr Elsdorf mehrfach zum Abpumpen von Regenwasser bei Starkregen auf der BAB ausrücken.

 

Bis zum Abschluss der Bauarbeiten und darüber hinaus wird noch viel Arbeit vor den Ratsmitgliedern aus diesem Jahrhundertbau liegen. Eine lückenlose Informationspolitik zur Vermeidung finanzieller Folgewirkungen zu Lasten der Gemeinde Elsdorf ist hierfür Voraussetzung.