Inoffizielle Einweihung durch Elsdorfer Bürger

Ein voller Erfolg war die "inoffizielle" Einweihung der Ortsumgehung
Elsdorf. Mit gut 200 Leuten feierten die Ratsmitglieder aus dem Kernort
die Fertigstellung des Projektes und die Freigabe für den
Straßenverkehr. Mit Sonnenschein und bei Bier & Wurst konnte der eine
oder andere Plausch gehalten werden. Der Andrang hat die Organisatoren
so überrascht, dass bereits um 17.30 Uhr Nachschub geordert werden
musste. Bis 20.00 Uhr gesellten sich immer wieder neue Besucher dazu.
Eine rundum gelungene Veranstaltung, die auch noch was Gutes hatte - der
Erlös aus dem Bier- und Bratwurstverkauf wird in voller Höhe dem
Kindergarten bzw. der Jugendfeuerwehr zufließen.

An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an alle Helfer und Spender,
die diesen Erfolg ermöglicht haben! Man konnte wieder einmal sehen, dass
auch in Elsdorf die Dorfgemeinschaft noch gelebt wird...

 

 

 

Hier nun Ausschnitte aus der Ausgabe des Sonntagsjournals vom 25. März 2012:

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Einladung:


Wir - die Elsdorfer Ratsmitglieder - laden alle Elsdorferinnen und Elsdorfer am Freitag den 23. März 2012 ab 17.00 Uhr zur „inoffiziellen Einweihungsfeier“ der neuen Ortsumgehung Elsdorf am Bruchweg ein.


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Wir möchten, dass Ihr dabei seid.
Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

Ortsumgehung - L131

Beginn der Ortsumgehung aus Richtung ZevenBereits in den 80'er Jahren geisterte die Anschlussstelle Elsdorf durch die hiesige Region. Damals war der Autobahnanschluss mit massiven Protesten der Bevölkerung und der Forderung an die Politik verbunden, eine Realisierung nur zusammen mit einer Ortsumgehung anzustreben. Es dauerte nochmal über 20 Jahre bis sich im Jahr 2004 die Kommunen Elsdorf, Zeven und Scheeßel auf ein gemeinsames Konzept geeinigt hatten, ein Planungsbüro beauftragten und die erforderlichen Unterlagen für eine Antragstellung durch die Samtgemeinde Zeven schließlich am 01. März 2005 bzw. 10. Januar 2006 über die Straßenbau- und Verkehrsverwaltung des Landes Niedersachsen beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Berlin eingereicht worden sind. Am 21. Juni 2006 wurde aus Berlin schließlich grünes Licht gegeben. Bei der Genehmigung der neuen Anschlussstelle am 21. Juni 2006 wurde dem Bürgerwillen mit dem ergänzenden Bau der Ortsumgehung Rechnung getragen. Der für den Bau der Ortsumgehung nötige Planfeststellungsbeschluss erging am 30. April 2009 (unanfechtbar seit 9. Juli 2009). Die Kosten für den Bau der Ortsumgehung wurden mit einer Kostenschätzung vom 23. August 2007 mit rund 11 Millionen Euro veranschlagt. Die Finanzierung erfolgt für die nicht auf den vom Bund entfallenden Anschlussstellenkosten (4.160.000 EUR) zu 50 Prozent mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Allein diese Tatsache machte wiederum die Ausweisung eines Gewerbegebietes mit Fördermöglichkeiten der ansiedelnden Gewerbe- und Industriezweige interessant.

 

Die verbleibenden 50 Prozent tragen hälftig der Landkreis Rotenburg und die Samtgemeinde Zeven mit der Stadt Zeven und der Gemeinde Elsdorf. In Zahlen bedeutet dies nach Ratsbeschlussfassung vom 31. Oktober 2007:


3.420.000 EUR durch die EU
1.710.000 EUR durch Landkreis Rotenburg / Wümme
1.710.000 EUR durch gemeindliche Ebene
300.000 EUR Stadt Zeven
420.000 EUR Gemeinde Elsdorf mind. 1.080.000 EUR Samtgemeinde bzw. Rest


Der Bau der Anschlussstelle Elsdorf ist Bestandteil des Konzessionsvertrages zum sechsstreifigen Ausbau der Autobahn 1 und damit entfällt der überwiegende Teil der Kosten für Brücke und Kreisverkehre im Bereich der Anschlussstelle auf den Bundesanteil.

Nach vorläufigen Berechnungen des Planungsbüros würden Elsdorf derzeit rund 6.000 Autos pro Tag durchfahren. Für 2020 wurden ohne Autobahnanschluss 7.000 prognostiziert - mit sogar mehr als 8.000. Die neue Ortsumgehung soll diese Zahl auf 4.600 verringern. Das Verkehrsaufkommen für die Ortslagen Wistedt und Hofkoh würde demnach bis 2020 von heute 4.650 Fahrzeugen auf 7.350 täglich steigen.Schnell wurden anhand dieser präsentierten Zahlen ein Lärmschutzwall entlang der Ortsumgehung von Seiten der WFB- und SPD-Fraktion im Gemeinderat Elsdorf gefordert.

Die Erforderlichkeit von Lärmschutzmaßnahmen ergab sich aus folgenden Erwägungen hinaus: Das Wohnbaugebiet Sieks Wiesen ist unmittelbar von der Ortsumgehung tangiert. In Anbetracht der Hauptwindrichtung, der Höhe der Ortsumgehung im Gelände sowie dem Schienenverkehr auf der benachbarten Bahnstrecke, galt es, die Bewohner zu schützen. Zudem signalisierte der Leiter des Amtes für Wasserwirtschaft und Straßenbau (BRV) Herr Engelhardt vom Landkreis Rotenburg Wümme, dass die Ausweisung weiterer Flächen zur Wohnbebauung in Folge der Ortsumgehung nahezu ausgeschlossen sei - entgegen dem Dorferneuerungsplan.


Ein Teilabschnitt der neuen Ortsumgehung

Die Berechnungen zur Schallimmission wurden am 12. Juli 2007 bei der Bauausschusssitzung durch Herrn Wöhleke von der Ingenieurgemeinschaft Schnüll Haller & Partner aus Hannover vorgetragen. Da die gesetzlichen Vorgaben laut Berechnungen der Ingenieure zukünftig eingehalten würden und nachts „die Lärmquelle der Lautstärke eines Kühlschrankes in Bettnähe“ entspreche, wurde von Seiten der CDU-Mehrheitsfraktion der Antrag zurückgewiesen. Ausschlaggebend war vor allem die dargestellten Kosten für einen Lärmschutzwall. Die WFB-Fraktion zeigte sich mit den Einlassungen nicht zufrieden und forderte schließlich Einsicht in die Berechnungsgrundlagen der Ingenieurgemeinschaft Schnüll Haller & Partner. Da dieser Aufforderung nicht Folge geleistet wurde, wandte sich die WFB-Fraktion mit Schreiben vom 19. September 2007 direkt an den Landrat Luttmann. Das Antwortschreiben vom 08. Oktober 2007 offenbarte schließlich die fehlerhaften Annahmen des Ing.-Büros. So wird beispielsweise dargelegt, dass es „keinen überschüssigen Aushub“ geben werde. Auf Grund des Baugrundgutachtens liege die Gradiente „im gesamten Verlauf mindestens 1,0m, im Durchschnitt 1,20m über dem gewachsenen Boden. Wegen der erforderlichen Mindestlängsneigungen der Straße variiert die Höhe der Straße daher zwischen 1,0m und etwa 2,0m zum vorhandenen Gelände. Aus diesem Grund ist auf der gesamten Strecke nicht mit einem Überschuss an Bodenmassen zu rechnen.“ Zudem basierten die veranschlagten Kosten auf Durchschnittswerte. Wie fahrlässig diese Annahme ist, zeigt sich schon, dass Lärmschutzwälle selten auf dem „platten Land“ erstellt werden. Die Kosten in der Ortslage Elsdorf waren daher von Anfang an nicht vergleichbar mit etwaigen Kosten im Landes- oder gar Bundesdurchschnitt.


Beginn der Ortsumgehung aus Richtung ScheeßelWie Recht die WFB-Fraktion behalten sollte, zeigte sich im Verlaufe des Frühjahrs 2011. Damals trat die Baufirma Papenburg über Herrn Stührmann von der Flurbereinigung an den Gemeinderat heran und offerierte, den aus der Herstellung der Ortsumgehung resultierenden Bodenaushub kostenlos der Gemeinde Elsdorf zur Verfügung zu stellen. Vorteil für die Firma Papenburg sei, dass die Kosten für die Fahrten und Entsorgung des Bodenaushubs entfielen. Sogar die Verdichtung des Aushubs wollte die Firma Papenburg übernehmen. Und plötzlich war sie da – die Möglichkeit die Baugebiete Sieks Wiesen und Sieks Weg wenn auch „nur“ mit einem Landschaftswall zu schützen.
Doch wieder einmal war die freie Wirtschaft einen Tick schneller als die Politik. Nach Gesprächen der Firma Papenburg über die Nutzung des Wirtschaftswegs südlich der Autobahn als Baustellenzufahrt zur Herstellung der Ortsumgehung mit der Firma A1 mobil war schnell Mutterboden „verschachert“ worden - als Lärmschutzwall entlang der A1. Diesen hätte A1 mobil ohnehin beschaffen müssen und jedoch kommt der Autobahkonzessionsnehmer nunmehr kostengünstig in den Besitz großer Massen. Der verbleibende Rest wurde entlang der Ortsumgehung aufgeschüttet und verdichtet.

Auch das Planfeststellungsverfahren zur Trassenführung der L131 mit den ausgelegten Unterlagen waren Gegenstand von Einwendungen der WFB-Fraktion. Erschwert wurde das Formulieren der Einwendungen, weil wiederum keine Vorstellung der exakten Ausführungen in den politischen Gremien der Gemeinde Elsdorf seitens der CDU-Fraktion von der Verwaltung eingefordert wurde. Den vorgetragenen Einwendungen wurde wie bereits zur Autobahnbrücke im Planfeststellungsverfahren „Neubau der BAB – Anschlussstelle Elsdorf“ formal begegnet aber es blieb erneut der Erfolg von Seiten des Landkreises Rotenburg / Wümme versagt.


Nach alledem ärgerlich, dass die Politik in Person der CDU die rechtzeitige Sicherung des Bodenaushubs schon im Planungsverfahren wegen fadenscheiniger Argumente des Planungsbüros SHP versäumt hat und wieder einmal die Interessen der Bürger im Planungsverfahren nicht hinreichend einbezogen worden sind. Diese Fehler sind leider nur schwer bis gar nicht mehr zu korrigieren.